
Schon zu Anfang seiner Profikarriere wurde er von der Presse als "Gentleman-Golfer" bezeichnet. Ein Begriff, bei dem man eher an einen erfahrenen sportlich erfolgreichen Herren mit ergrauten Schläfen jenseits der 40 denkt - aber eben auch an Martin Kaymer, dem derzeit besten deutschen Golfer der die letzten beiden Tage im noblen Augusta Nationa Golfclub um seinen Einzug ins Wochenende bei den US Masters gekämpft hat, seinem erklärten, aber schliesslich verpassten Zwischenziel.
Sind die Outfits sind für einen 25jährigen zu brav?
Vielleicht liegt das zum Teil auch an seinem für sein Alter beinahe zu klassisch anmutenden Kleidungsstil. Aufsehen erregen ist auch hierbei nicht sein Fall. Farblich dezente Buntfaltenhosen zu unifarbenen Poloshirts und Pullovern. Unauffällig, aber chic. Wie Ian Poulter oder jüngst der Skandal-Golfer John Daly in schockierend bunten Outfits wird man Martin Kaymer wohl nie antreffen. Und auch in überaus sportlichen Kombinationen, wie sie Deutschlands Golf-Altmeister Bernhard Langer in Bogner-Ausstattung vorführt, kann man sich Martin Kaymer nicht wirklich vorstellen.Wirklich nicht? Doch man kann: Seit Kaymer im von schwäbischen Herrenschneider BOSS ausstaffiert wird, ist die Kleiderfrage etwas mehr im contemporären Stil gehalten.

Sehr durchdacht und schnörkellos wie er selbst sind seine Äußerungen in Interviews, keine Überheblichkeit schwingt bei seinen Worten mit. Aufgrund seines rasanten Aufstiegs in der Golfwelt wäre dies kein Wunder gewesen. "Das Wichtigste ist, dass man auf dem Boden bleibt" merkt Kaymer in Interviews immer wieder an, und man glaubt ihm was er sagt.
Rückblich auf die beste Runde seines Lebens: "Die 59 war sicher einmalig"
"Die 59 war sicher einmalig, aber ich habe mich noch viel mehr über die 62er Runde am nächsten Tag gefreut. Eine Superrunde kann jedem mal gelingen, aber gleich noch eine gute Runde nachzulegen, das schaffen nur ganz wenige" so der BMW International Open Sieger 2008 auf der EPD Tour vor vier Jahren als er als noch recht unbekannter Jung-Professional zum ersten deutschen Spieler wird, dem eine 59er Runde in einem offiziellen Turnier gelingt. Damit hat er damals die deutsche Golfwelt wach gerüttelt. Typisch Martin Kaymer eben, nicht mit großen Worten glänzen, aber mit umso größeren Taten.

Kaymer mit seinem Caddie Justin Grenfell-Hoyle

Amen Corner

Augusta National, Tee No. 18









