:: Titelstory
PGA Championship, Whistling Straits, Kohler, Wisconsin, USA
Martin Kaymer siegt im Playoff um den ersten Major Triumph
Endergebnisse von der PGA Championship...
DER FINALTAG: Der 25jährige aus Mettmann teilte nach Beendigung seiner Finalrunde nach Birdies am zweiten, vierten und zehnten Loch und einem Bogey an der 15 die Führung mit Watson (beide -11). Danach ging es in ein Playoff, das über drei Löcher festgesetzt war und in einem dramatischen Kampf um die Krone des PGA Champions gipfelte.
Martin Kaymer katapultierte sich mit seinem Triumph wieder zurück in die Top Ten der Welt. Seine Teilnahme mit dem Europa Team im Ryder Cup Anfang Oktober in Wales ist damit unumstösslich. Kaymer ist erst der zweite Deutsche, der nach Bernhard Langer ein Major-Turnier gewann.
Erst verpasste er den Putt zum Par für seinen ersten Major-Sieg, dann bekam der 26jährige noch zwei Strafschläge aufgebrummt
: Dustin Johnson (Bild) hatte bei seinem dritten Schlag im Bunker den Schläger aufgesetzt und verpasste damit das sicher geglaubte Stechen. Dustin Johnson aus Columbia (South Carolina) ist seit 2007 Teilnehmer der PGA Tour. Im Laufe seiner bisherigen Karriere konnte er drei Turniersiege erzielen, darunter zum Beispiel das Turning Stone Resort Championship Turnier im Jahr 2008.

Neben dem 25jährigen deutschen Branchenprimus Kaymer, der auf den letzten Löchern der Finalrunde mit dem US-Longhitter
Bubba Watson ein Ferndurell um den ersten Major-Sieg seiner Karriere austrug, kämpften die beiden besten Golfspieler der Welt bei der PGA Championship auf dem Par-72-Kurs in Whistling Straits, einem extrem schwierigen Parcours in Kohler/US-Bundesstaat Wisconsin um die alleinige Krone der Nummer eins. Der Weltranglisten-Erste
Tiger Woods (71/70/72/73 Zähler) landete am Ende nur auf einem Mittelfeldrang während der Linkshänder
Phil Mickelson (73/69/73/67) am Schlusstag noch mächtig aufholte und Rang 12 erreichte, hatten beide jedoch im letzten Durchgang keine Siegchancen mehr. Die Ablösung an der Weltspitze ist damit erneut vertagt.

Bubba Watson: Im Stechen gegen Martin Kaymer verloren
TAG DREI: Die tagesbeste dritte Runde spielte der kaum bekannte Chinese
Wenchong Lian mit 64 Schlägen und acht unter Par und verbesserte sich damit um 36 Ränge auf den geteilten vierten Platz, den vor dem Finaldurchgang ausser Lian auch
Martin Kaymer und Jason Day (AUS) hielten.
Irlands Jungstar
Rory Mc Ilroy und der US Amerikaner
Dustin Johnson katapultierten sich am "moving day" vor der letzten Runde mit jeweils 67 Schlägen
auf Platz zwei, drei Schläge hinter dem souverän führenden US-Amerikaner
Nick Watney (-13).

Das selbst für Professionals fast unbezwingbare 6. Loch in Whistling Straits
«Ich versuche einfach weiter, unter Par zu bleiben. Mein Ziel hängt natürlich auch vom Wetter ab», meinte
Martin Kaymer, der beste Aussichten auf eine Top-Platzierung oder sogar auf den Sieg hat. Nach seinem «perfekten Blitzstart» am Vortag mit einem Birdie und einem Eagle auf den ersten drei Löchern, ließ er es mit vier Pars etwas langsamer angehen. Aber die Birdies auf Loch 5 und 6 bei böigen Winden deuteten an, dass der Rheinländer seine Taktik klug umgestellt hatte. Am dritten Tag steckte er ein Bogey an Loch 11 cool weg, in dem er an 12 und 13 Birdies Nummer fünf und sechs auf seiner Runde folgen liess und bis dahin bereits fünf unter Par auf der Scorekarte stehen hatte.
TAGE EINS UND ZWEI: +++ Viele Spieler mussten in den ersten beiden Runden wegen Wind und Nebel einen Spielabbruch in Kauf nehmen +++ Wie schon am ersten Tag hatte dicker Nebel auch den Beginn von Runde
zwei beim letzten der vier Golf-Major des Jahres um fast drei Stunden
verzögert. 78 Spieler konnten wie Kaymer ihre Runde nicht beenden. Nach
sechs Löchern lag er mit zwei Birdies zwei unter Par und damit sechs
Schläge hinter dem allein führenden Amerikaner
Matt Kuchar
(136). Dann musste wegen einbrechender Dunkelheit die Fortsetzung des
Spiels um den Siegerscheck von rund 1,4 Millionen Dollar auf
Samstagmorgen verschoben werden.
Das regnerische und sehr windige Wetter am Lake Michigan in
Kohler/Wisconsin machte auch
Tiger Woods und
Phil Mickelson auf dem Par 72-Kurs am
Lake Michigan größte Probleme. Noch hat Woods im Duell mit dem
40-jährigen Mickelson um Platz eins in der Welt die Nase knapp vorn. Der
Linkshänder aus San Diego muss am besten gewinnen, um den Tiger vom
Thron zu stoßen.

Young-Guns trumpfen beim letzten Major der Saison mächtig auf: v.l. Dustin Johnson (26, USA) Jason Day (21, AUS) Martin Kaymer (25) und Rory Mc Ilroy (21, NIR)
Tiger Woods sprach in einem Interview von seiner ansteigenden Form. "Mein Training am Montag und Dienstag war ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung", sagte der 34-Jährige, der in Akron auf dem geteilten 78. Platz 30 Schläge mehr gebraucht hatte als Sieger Hunter Mahan.
Er habe nach den Ereignissen der letzten Monate einen Einbruch wie den in Akron schon viel früher erwartet. "Aber irgendwie konnte ich immer den Kopf über Wasser halten, bis ich dann am Wochenende untergegangen bin", sagte Woods. Er sei zuversichtlich, die Talsohle damit durchschritten zu haben: "Es zelten keine Fotografen mehr vor meinem Haus, und es fliegen auch keine Helikopter mehr über mein Anwesen." Monatelang seien vor allem seine beiden kleinen Kinder von Paparazzi verfolgt worden, das sei mittlerweile nicht mehr so: "Für mich ist das ein wichtiges Zeichen dafür, dass wieder Normalität eingekehrt ist."

Schärfste Gegner auf der Tour: Tiger und "Lefty"
Martin Kaymer aus Mettmann bei Düsseldorf spielt als einziger deutscher Teilnehmer beim vierten und letzten Major-Turnier der Saison 2010. Deutschlands junger Star
(Bild unten) schaffte beim letzten Major der Saison 2009 etwas, was ihm nicht viele
zutrauten: Der 24jährige beendete das Turnier nach 73/70/71/73 und
eins unter Par auf dem geteilten sechsten Platz. Sein Lohn: rund 223 000 Dollar. Es war für Kaymer
die bei weitem beste Major-Plazierung seiner jungen Karriere. Bei den
vorangegangenen Major-Turnieren hatte Kaymer bisher immer Pech. Diesesmal in Whistling Straits geht es für den 25jährigen um die bestätigung seiner Form als Rydercup-Team-Mitglied für Europa im September.

Harrington, der in Runde zwei nach einem Doppelbogey am letzten Loch den Cut verpasste und Tiger Woods - zwei Weltstars, die Nachholbedarf bei Erfolgen in 2010 haben
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