Golflegenden, Major-Sieger wie Ernie Els oder Retief Goosen hat er in der Weltrangliste hinter sich gelassen. "Dieser Sieg ist etwas ganz Besonderes für mich", jubelte Martin Kaymer kurz nach dem letzten Putt. Bei der Alstom Open de France schlug Martin Kaymer aus Mettmann (Bild) den Engländer Lee Westwood am ersten Extra-Loch des Playoffs und kassiert nun die Siegprämie von 666 660.- Euro. Das dramatische Stechen fand am gefürchteten 18. Loch, einem langen Par vier über 470 Yards statt. Beide Abschläge landeten im Rough. Während Kaymer seinen Ball beim zweiten Schlag über das Hindernis brachte, landete Westwood im Wasser. Kaymer hatte am Ende zwei Putts für den Sieg, wovon er nur einen benötigte. Beide Spieler hatten mit gesamt 13 unter Par während der regulären Spielzeit Gleichstand erzielt. Den dritten Rang erspielte der Engländer Ian Poulter mit zehn unter Par.

Es ist Martin Kaymers dritter Sieg auf der European Tour, ein Triumph, der ihn in die Top 20 der Welt katapultiert. Die Siege fanden zudem bei drei besonders namhaften Events statt: Seinen ersten Spitzenrang erspielte er 2008 bei der Abu Dhabi Championship, es folgte der Erfolg BMW International Open in Müchen 2008 und nun durfte der 24jährige bei der renommierten Alstom Open de France jubeln. Kaymer (Bild) ist beim seit 1906 ausgetragenen Traditionsturnier in den letzten 25 Jahren erst der zweite deutsche Sieger in Paris nach Bernhard Langer, der im Jahre 1984 gewann.

Bernhard Langer stand zudem bei der French Open 1996 kurz vor einem weiteren Triumph, er verlor jedoch das Stechen gegen den Australier Robert Allenby.
Kaymer, die deutsche Nummer eins der deutschen Rangliste hatte beim renommierten Turnier auf dem Parcours le Golf National schon zum Auftakt mit der Einstellung des Platzrekordes mit 62 Schlägen für einen Paukenschlag gesorgt, tags darauf nur eine Par-Runde von 72 Schlägen geschafft. Nach einer 69 im dritten Durchgang stabilisierte Kaymer seine Siegchancen und legte am Finaltag eine 68 nach.

Lee Westwood: Verlor das Stechen gegen Martin Kaymer
Besonders bitte war die Niederlage für den Engländer: Seit zwei Jahren ist der europäische Ryder-Cup-Held Lee Westwood nunmehr ohne Sieg, trotz 17 top-ten-finishes in 24 Monaten.
Marcel Siem massiv eingebrochen
Nach einer erneuten Rollercoasterfahrt seiner Scores hat der zweite Deutsche im Feld, der Ratinger Marcel Siem nach 81 Schlägen schon nach dem ersten Durchgang frustriert aufgegeben.

Ein verzweifelter Marcel Siem: 81 Schläge in der ersten Runde
Der historische Event
Der erste Sieger der Open de France war der Franzose Arnaud Massy, der sich den Titel insgesamt viermal (1906, 1907, 1911 und 1925) sichern konnte. Unter den prominenten Gewinnern waren Walter Hagen (1920), Henry Cotton (1946 und 1947), Roberto DeVicenzo (1950, 1960 und 1964), Byron Nelson (1955), Peter Oosterhuis (1973 und 1974) und danach eine ganze Reihe von Weltklassegolfern aus Europa und Übersee.
Hervorzuheben sind der vierfache Sieger Severiano Ballesteros und der dreimal erfolgreiche Nick Faldo. Ab der Jahrtausendwende hat sich der französische Golfverband, die Fédération Française de Golf, mit Nachdruck um eine Aufwertung dieser Meisterschaft bemüht. Eine der Maßnahmen war der Verzicht auf die Nennung eines Sponsors im Titel des Turnieres.

Walter Hagen, Sieger 1920
Von 2004 an werden Qualifikationsbewerbe nach dem Vorbild der Open Championship und der US Open durchgeführt, die auch für Amateure zugänglich sind.
Das Preisgeld wurde von 865.000 € (1999) bis auf 4 Mio € (2009) angehoben. Damit gehört die Open de France, abgesehen von den Major Championships und den Bewerben der World Golf Championships, zu den höchstdotierten Events der European Tour. Das Turnier wurde früher auf verschiedenen Plätzen ausgetragen, im Zuge der Änderungen hat der Bewerb seine Heimatstätte im Le Golf National nahe Paris gefunden.
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